Während unseres letzten Gardasee-Urlaubs haben wir auch die Westseite des Sees erkundet. Dort locken nicht nur wunderbare Dörfer wie Tignale oder Tremosine, sondern auch tolle Wandermöglichkeiten. Eine kurze, aber wie ich fand, doch teilweise recht anstrengende Wanderung führt vom Bergdorf Sasso zur Eremitage San Valentino. Auch wenn es an dem Tag zunächst etwas bewölkt war, konnten wir herrliche Ausblicke auf den Gardasee genießen.

Mit unserem Mietwagen, einem schnuckeligen Fiat 500 – ich liebe diese kleine Knutschkugel, hatte ich das schon erwähnt? – ging es zunächst nach Gargnano. Von dort aus führt die Straße SP9, eine Serpentinenstraße, die aber recht entspannt zu fahren ist, ins Dörfchen Sasso. Sasso ist ausgeschildert und eigentlich nicht zu verfehlen. Wir haben am Ortseingang geparkt, dort gibt es einige offizielle Parkplätze, sehr praktisch.

Und dann heißt es Rucksack schnüren, einen Schluck aus der Trinkflasche nehmen und los geht’s: Zunächst durchquert man den kleinen Ort, man folgt der sehr schmalen Via Sasso, bis zum Ortsende. Der Wanderweg ist mit der Nummer 31 bezeichnet und führt dann schon recht bald aus der Ortschaft heraus. Weiter geht es erst einmal noch weitestgehend eben an Gärten und Gemüsefelder vorbei. Alles easy bis dahin. Dann aber steigt der Weg deutlich an. Es geht durch ein längeres Waldstück. Der Weg besteht aus größeren Steinen, teilweise richtigen Steinplatten und Felsen, was das Gehen recht anstrengend macht, schon bald wird man dann aber mit einer schönen Aussicht auf den Lago di Garda belohnt.

 

Steiniger Weg zur Pestkapelle

Wanderweg 31 Richtung San Valentibo

Der Weg zur Pestkapelle San Valentino ist eigentlich leicht zur finden, nur einmal muss man kurz aufpassen: Nachdem man den Ausblick von den zwei kurz aufeinander folgenden Lichtungen genossen hat, gabelt sich nämlich der Weg. Hier muss man sich rechts halten. Links führt der Weg 31 weiter zur Cima Coma. Jetzt wird es nochmal anstrengend. Der Wanderweg führt nämlich durch eine Klamm, die aber meist trocken sein soll. Zuerst muss man bergab kraxeln, bevor es dann wieder steil bergauf geht. Die riesigen Steinstufen hinab zu steigen, hat richtig Spaß gemacht, auch wenn man sich teilweise mit den Händen abstützen musste. Nachdem man diese Stelle gemeistert hat, gelangt man recht bald zu einer süßen Holztür, die den Eingang zur Pestkapelle darstellt.

Holztür zur Pestkapelle

Nach fast einer Stunde hatten wir dann die kleine Kapelle erreicht, sie schmiegt sich eng an eine Felswand, kann von innen besichtigt werden und ist von Zypressen gesäumt. Richtig schön. Da wir zunächst ganz alleine dort waren, war die Atmosphäre besonders schön – so ruhig.

Pestkapelle San Valentino

Glocken der Einsiedlerei

San Valentino

Oben angelangt, kann man prima picknicken und ein Pause einlegen, packt euch also ruhig ein paar italienische Leckereien ein. Kräftig lachen mussten mein Mann und ich, als wir in einer kleinen Höhle eine Axt entdeckten. Wir haben uns die verrücktesten Geschichten ausgemalt. Und die Versuchung nachfolgende Touristen damit zu erschrecken, war groß. Wir haben es dann aber doch lieber sein lassen, nachher erschrickt sich jemand noch so doll, dass er den Abhang hinunterstürzt. Nee, nee, das wollten wir dann doch nicht.

Erst einmal hieß es: Fotos machen, Nudelsalat und Melone essen, im Reiseführer nachlesen, warum man die Kapelle in dieser spektakulären Lage gebaut hat und die Aussicht genießen. Dann ging es wieder zurück nach Sasso.

Aussicht von der Pestkapelle San Valentino

Laut kompass.de wurde mittlerweile auch ein Rundkurs errichtet, sodass man nicht den selben Weg wieder zurück gehen muss. Der Rundweg beginnt am östlichen Rand der Terrasse. Angeblich sollen da auch Hinweisschilder stehen. Auf der Webseite kompass.de findet ihr weitere Informationen.

Ausgangspunkt zu unseren Unternehmungen an der Westküste war die Ferienwohnung Cà dell‘era in Tremosine.

Advertisements