Ein Kloster in einer „einsamen“ Bucht, die nur mit dem Boot oder zu Fuß erreichbar ist. Ein schöner Badestrand umgeben von Bergen. Die Wanderung zur Bucht von San Fruttuoso an der ligurischen Küste war ein schönes Erlebnis.

Los ging es mit dem Zug in Levanto bis nach Santa Margherita Ligure. Direkt vor dem Bahnhof sind wir dann in den Bus gestiegen, der uns bis nach Portofino gebracht hat. Das hat alles super geklappt. Als wir dort ankamen, erinnerte ich mich an die Worte aus unserem Reiseführer „Portofino ist berühmt, schön und langweilig“. Stimmt! Nachdem wir uns ein Stündchen den Ort angeschaut, die riesigen Yachten bestaunt und die „Muss-man-haben“-Fotos gemacht haben, juckte es uns schon in den Füßen. Wir wollten heute entspannen und im Meer baden. Wir machten uns also auf den Weg zur unserem Ziel, der Bucht von San Fruttuoso. Nachdem liebe Freunde von uns, die ein Jahr zuvor in Ligurien waren, von der abenteuerlichen Wanderung von Camogli nach San Fruttuoso erzählt hatten, die teilweise entlang von gefährlichen Abgründen führte, entschieden wir uns für die leichtere Tour: Von Portofino sollte man in ca. 2 Stunden das Kloster erreichen.

Der Einstieg in den Wanderweg Nummer 3 ist eigentlich nicht zu verfehlen. Man geht in Portofino in den hinteren Teil des Ortes bis es quasi nicht mehr weiter geht. Dort beginnt dann ein gepflasterter, gut ausgebauter Treppenweg. Der dann doch irgendwie ganz schön lang steil bergauf geht. Puh, wir waren ganz schön aus der Puste und die Beine schmerzten, das lag aber auch daran, dass wir die Tage zuvor schon ein paar Wanderungen auf dem Buckel hatten. Der Blick zurück entschädigte aber den steilen Anstieg.

Blick zurück auf Portofino

Bei einer Gabelung sollte man unbedingt der Beschilderung „Prato“ folgen. Hier war San Fruttuoso nicht extra ausgeschildert. Grundsätzlich sollte man sich immer eher Richtung Küste orientieren, als ins Landesinnere zu gehen. Aber eigentlich ist der Weg nicht zu verfehlen. Nach den letzten Häusern des Bergdorfes Prato, wird der Weg dann zu einer Küstenwanderung hoch über dem Meer. Im leichten auf und ab, häufig auch durch Waldgebiete, geht es immer weiter. Nach ca. 1 1/2 Stunden, uns kam es irgendwie länger vor, erreicht man wieder eine Gabelung, wo man dann Richtung San Fruttuoso bergab steigt. Bald ist es geschafft. Wir haben für die Tour genau 2 Stunden gebraucht, wie im Wanderführer angegeben. Und nun rein in die Badeklamotten, Handtuch ausbreiten und ab ins Wasser. Brrr, es war dann irgendwie doch recht frisch das Wasser, aber was solls. Immerhin eine schöne Abkühlung.

Das Kloster San Fruttuoso

Badestrand am Kloster San Fruttuoso

Für den Rückweg haben wir dann das Schiff nach Camogli genommen, einem weiteren schönen Ort an der ligurischen Küste. Es fahren teilweise aber auch Schiffe nach Portofino, nur nicht so häufig, wie nach Camogli, da sollte man sich am besten gleich bei der Ankunft am Kloster erkundigen. Bei uns war es am Strand übrigens erstaunlich leer. Unsere Freunde waren ganz erstaunt, als sie unsere Fotos gesehen haben. Da hatten wir wohl Glück, denn ein wirklicher Geheimtipp ist der Ort nicht mehr. Wen wundert es bei der tollen Lage! Stellt euch also lieber auf etliche Leute ein, die es sich am Strand bequem machen. Dennoch lohnt sich der Ausflug, sei es mit dem Boot oder zu Fuß, auf jeden Fall.

Vor der Bucht findet man in 17 Meter Tiefe übrigens die zweieinhalb Meter große Statue des Cristo degli Abissi, des „Christus der Abgründe“. Boote bringen einen, wenn man möchte, zu der Stelle, wo man dann einen Blick ins Wasser werfen kann.

Die bucht von San Fruttuoso

San Fruttuoso

 

 

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