Die Costa Verde auf Sardinien ist der Küstenabschnitt, der mich landschaftlich am meisten beeindruckt hat. Die Dünenlandschaft im Südwesten der Insel hat mich unglaublich fasziniert, vielleicht auch deshalb, weil ich so etwas ähnliches bisher noch nicht gesehen habe. Die meterhohen Sanddünen, die weitläufige Landschaft, die Ruhe am Morgen, als wir quasi allein am Strand waren – der Sand noch ganz kühl – und die Sonne, die ein ganz besonderes Licht auf die Dünen warf, hach, das war ein schöner Moment.

Man darf nur die kurvenreichen Straßen und die Höhenunterschiede in der Region nicht unterschätzen. Die Aussagen „die Wege sind weit“ und „eine Landschaft voller Weite“ stimmen beide. Wir haben uns für die etwas leichtere Anfahrt über Guspini, Arbus und Ingurtosu entschieden. Was definitiv die richtige Wahl war – das stellte sich jedoch erst am nächsten Morgen heraus. Ziel war zunächst der Campingplatz Sciopadroxiu, der ca. 2 km vom Strand entfernt liegt. Die Anfahrt ist schon recht abenteuerlich. Zwischendurch – spätestens als wir die Asphaltstraße verließen und es auf einer Sandpiste weiterging – fragten wir uns, sind wir hier noch richtig? Doch der Weg musste richtig sein, es gab keine weiteren Abzweigungen. Hinter Ingurtosu beginnt ein verlassenes Bergwerksgebiet. Ruinen stehen am Straßenrand und man fühlt sich in ein anderes Jahrhundert zurückversetzt, wenn man die verfallenen Gebäude passiert.

Ausblick auf Dünenlandschaft

Bergwerksgebiet

Anfahrt zum Campingplatz

Nachdem wir das Zelt aufgebaut hatten, ging es an den wunderbaren Spiggia del Piscinas. Wow, boah, krass – das waren nur einige der Ausrücke, die ich auf der 2 km langen Strecke zum Strand von mir gab. So eine Landschaft hatte ich noch die gesehen. Die Sandberge links und rechts des ausgetrockneten Riu Piscinas versetzen mich in unglaubliches Staunen. Der Sandstrand war unglaublich weitläufig und überhaupt nicht überlaufen. Nur auf Höhe des Parkplatzes war es etwas voller. Bei der Ankunft am Nachmittag stand für mich fest, hier will ich am nächsten Morgen in aller früh noch mal hin.

Notausgang

Junge am Strand

Spiaggia del Piscinas

See an der Costa Verde

Am nächsten Morgen waren wir eh schon recht früh wach, sodass wir um 7 Uhr mit einem tollen Strandspaziergang in den Tag starteten. Kaum eine Menschenseele war zu dieser Uhrzeit unterwegs, sodass wir den Strandabschnitt quasi für uns alleine hatten. Die Ruhe und die Atmosphäre am Meer, rundherum die Dünen, waren unglaublich.

Costa Verde am Morgen

unberührte Küste - Costa Verde

Strand der Costa Verde

Jump

Costa Verde

Waggons in der Dünenlandschaft

Nach dem ein oder anderen Foto – okay es waren ein paar Bilder mehr – wollten wir noch die Costa Verde etwas weiter nördlich erkunden, doch die im Reiseführer mit „leicht befahrbare Furt“ des Riu Piscinas war uns dann doch zu riskant. Nachher wären wir noch mit unserem Fiat Panda im Wasser stecken geblieben. Gut, dass wir am Vortrag die Anfahrt über Ingurtosu gewählt hatten. Eine alternative Route wäre für uns die deutlich längere Tour aus Norden kommend über Arborea, Marceddi, Sant‘ Antonia di Santadi und Marina di Arbus gewesen. Da hätten wir jedoch zweimal den Fluss bzw. die Furt durchqueren müssen.

Flußdurchfahrt

Wäre noch mehr Zeit geblieben, wäre ich gerne noch an den Spiaggia Scivu gefahren. Auf unserer Straßenkarte des Reiseführers, vom Michael Müller Verlag, ist kurz vor Ingurtosu, wenn man vom Campingplatz kommt, eine Abzweigung eingezeichnet. Die Straße soll Richtung Bau über Naracauli führen, doch wir haben keine Abzweigung gesehen, bzw. sie nicht als solches erkannt. Erst im nachhinein bei google maps ist mir mithilfe von google street view der Schotterweg direkt gegenüber dem riesigen Gebäude, das auf dem zweiten Foto zu sehen ist, aufgefallen. Die Mini-Schotterpiste sieht bei google jedoch nicht wirklich befahrbar aus, vielleicht ist der Weg derzeit auch abgesperrt. Eine Alternative – für uns aber ein deutlicher Umweg – wäre dann der Weg über die S126 gewesen. Etwa 11 Kilometer südlich von Arbus soll eine asphaltierte Straße abzweigen und über Gennamari und Bau an den Strand führen.

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