Zu den beliebtesten Zielen auf Sardinien gehört der Golf von Orosei, denn die schönsten Sandstrände der Region liegen zwischen turmhohen Felswänden südlich von Cala Gonone. Bei einem Besuch Sardiniens solltet ihr euch die traumhaften Buchten, die entweder nur per Boot oder zu Fuß erreichbar sind, nicht entgehen lassen. Eine ist schöner als die Andere.

Ja, natürlich ist es dort sehr touristisch, und ja, die Besucher werden in Scharen an den Strand gebracht, doch es lohnt sich, wirklich! Wir haben uns gegen die zahlreichen riesigen Ausflugsboote entschieden, die überwiegend von Cala Gonone oder Santa Maria Navarrese starten. Bei den Bootsverbindungen unterscheidet man zwischen den Minikreuzfahrten, die an einem Tag drei verschiedene Strände anfahren und den Touren, die nur einen bestimmten Strand ansteuern, wie zum Beispiel die Boote von NCTM (Nuovo Consorzio Trasporti Marittimi) Wir haben zahlreiche Boote gesehen mit 60 Personen und mehr an Bord, die dann alle auf einmal an einen Strand gekarrt wurden. Davon würde ich auf jeden Fall abraten.

Sucht euch lieber einen kleinen privaten Anbieter. Wir hatten uns schon im Vorfeld, dank toller Hinweise im sardinienforum.de und in unserem Reiseführer die Tour mit Sergio von Helios turismo herausgesucht. Eins schon mal Vorweg: Es war ein richtig genialer Tag, der besser hätte nicht sein können. Man startet um 8 Uhr im Hafen von Arbatax mit der ca. 15 Meter langen Motorjacht, der Helios Quinto, auf der max. 25 Personen Platz finden. Man wird herzlich von Sergio und seiner Crew in Empfang genommen.

Hafen von Arbatax

Nachdem man die Isolotta d’Ogliastra passiert hat, nähert man sich dann recht schnell der Steilküste.

K1024_IMG_0317_b

Cala Goloritze

Der erste Stop wurde dann an der Cala Gabbiani eingelegt. An einem, als wir ankamen, menschenleeren!!! – okay eine Person war schon vor uns da – Traumstrand. Ein Highlight der Tour. Mit 23 Personen durften wir uns dann 1 1/2 Stunden an dem Strand aufhalten. Das war einfach nur genial. Das Wasser war so glasklar, dass man den Grund sehen konnte, das gilt jedoch für alle Buchten an dieser Küste. Kurz nachdem dann das erste große Tourischiff ankam, hat uns der liebenswerte Sergio mit seinem Boot wieder abgeholt.

Cala Gabbiani

Cala Gabbiani

Cala Gabbiani

Strand von Cala Gabbiani

Einsamer Strand - Cala Gabbiani

Cala Gabbiani

Bevor wir an den nächsten Strand gebracht wurden, gab es einen kleinen Apparativ an Bord. Anschließend ging es an die Spiaggia degli Innamorati, unserem zweiten Halt. Da das Wasser zu niedrig ist, um mit dem großen Boot bis an den Strand heranzufahren, wurden wir mit einem Schlauchboot ans Land gebracht. Hier haben wir ca. eine Stunde Zeit bekommen. So wirklich zur Ruhe kommt man am Strand nicht, was man aber auch gar nicht möchte, denn die Landschaft ist einfach zu beeindruckend, man möchte eh am liebsten die ganze Zeit in dem tollen Wasser verbringen. Mein Tipp: Lasst eure Bücher zu Hause! Nehmt wirklich nur das nötigste, wie Sonnencreme und Handtuch, mit. Eine Kühltasche mit kaltem Wasser sowie Sonnenschirmen wurden von Sergio gestellt und immer mit an den Strand genommen.  Am Spiaggia degli Innamorati gibt es viele Höhlen, die durch das Wasser in die Felsen gewaschen wurden. In einer Höhle, zu der wir schwimmend gelang sind – ich sag ja, am Strand liegen, ist einfach zu langweilig – konnte man sogar zu dritt stehen. Es war jedoch stockfinster – also schnell wieder raus in die Sonne. Man muss aber ziemlich aufpassen, dass man von den Wassermassen nicht an die Felsen gedrückt wird.

Bootstour mit Sergio von Helios Tourismo

Spiaggia degli Innamorati

Jetzt stand das Mittagessen auf dem Schiff auf dem Programm. In der Cala „La pasta“, im Schatten der Felsen und ruhigerem Gewässer, wurden wir von Sergio und seinen zwei Helfern mit Wein, Brot, Oliven, Pasta Frutti di Mare, Fisch, Dolce, Mirto und Grappa versorgt. Der Fisch wurde auf dem Schiff fangfrisch zubereitet. Ein einfaches, aber tolles Menü. Für die Kids, bzw. wenn jemand kein Fisch mochte, gab es Tomaten mit Morzarella.

Der Fisch wird zubreitet

K1024_IMG_0565_b

Cala "La Pasta"

Abfahrt von der Cala "La Pasta"

Nach der Pause folgten Stopps an den Stränden Cala Biriola und Cala Mariolu. Die Cala Mariolu ist unterteilt in zwei Strandabschnitte. Von Sergio wurden wir an den linken Strand gebracht. Erstens war es dort am leersten, denn die großen Boote halten ganz vorne am Strand, zweitens hat man ganz links am längsten die Sonne. Gegen 16 Uhr verschwindet die Sonne nämlich hinter den Bergen. Der Strand von Mariolu war recht voll, doch da alle Touristen bereits eine halbe Stunde vor uns abgeholt wurden, hatten wir auch hier am Ende den Strand fast für uns alleine. Sergio hat seine Tour wirklich optimal geplant, um so vielen anderen Strandbesucher wie möglich aus dem Weg zu gehen. Anschließend begann dann die Rückfahrt nach Arbartax. Auf der Rückfahrt, wo wir gegen die Strömung fuhren, sodass es ordentlich Wellen gab, wurde noch Wassermelone gereicht, Möwen wurden gefüttert und wir steuerten einen schmalen Fjord an. Einfach toll! Den Hafen erreichten wir gegen 18.30 Uhr. Dann wird auch erst gezahlt. 60 Euro pro Person kostet die Tour. Ein Preis der meiner Meinung nach, völlig in Ordnung ist. Ob es für Kinder eine Ermäßigung gibt, weiß ich leider nicht.

K1024_IMG_0578_b

K1024_IMG_0609_b

Cala Mariolu

K1024_IMG_0631_b

K1024_IMG_0725_b

Helios Quintos

K1024_IMG_0370

Cala Goloritze

K1024_IMG_0885_b

Die Bootstour mit Sergio und der Helios Quinto kann ich jedem nur ans Herz legen. Sergio ist ein herzlicher Italiener, der mit großer Leidenschaft sein Boot steuert. In der Hauptsaison sollte man jedoch auf jeden Fall im Vorfeld Tickets reservieren. Sollte man länger in Arbatax und Umgebung sein, reicht es ein paar Tage vorher die Tickets im Hafen zu kaufen. Wir haben bereits von Deutschland aus probiert uns anzumelden. Dies war jedoch gar nicht so einfach. Da die Webseite www.heliosturismo.com damals down war und wir auf der Facebook-Seite keine Antwort erhalten haben, haben wir Sergio angerufen. (Handy: 0782 667 522, Tel.: 368 754 6384). Da er kaum englisch oder deutsch spricht, war die Verständigung etwas schwierig. Es gibt aber Angestellte, die englisch oder deutsch sprechen, die muss man nur erst einmal erreichen. Wir haben uns dann drei Tage vorher von Sardinien aus, dann lieber telefonisch noch einmal erkundigt, ob auch alles in Ordnung geht. Aber es hat alles gepasst. Auf dem Campingplatz Telis, auf dem wir drei Nächte übernachtet haben, kann man die Bootstour übrigens auch buchen. Dann wird man sogar am Campingplatz abgeholt. (Telis ist übrigens ein toller Platz, den wir nur empfehlen können.) Wir sind mit dem Auto zum Hafen gefahren. Parken ist dort kostenlos. Am Vorabend hatten wir uns bei einem Infostand am Hafen informiert, wo das Schiff ablegt, sodass wir morgens nicht lange suchen mussten.

Helios Tourismo
Bootstour mit Sergio auf der Motorjacht Helios Quinto
entlang des Golfs von Orosei
inklusive Mittagessen
60 Euro pro Person
Handy: 0782 667 522
Tel.: 368 754 6384
www.heliosturismo.com
www.facebook.com/helios.quinto

Weitere Artikel zum Thema Sardinien

Sardinien-Reiseroute

InstaTravel: Sardinien im Schnelldurchlauf

Costa Verde: Sand, Sand und noch mehr Sand

Sardiniens Tops und Flops

Traumhafte Ostküste

Natürliche Westküste

Advertisements